Nachtrag: Niederschrift vom Treffen der Interessengemeinschaft "Kulkwitzer See" am 13. Juli 2004, 19:00 Uhr im Komm-Haus, Selliner Straße 17, 04207 Leipzig

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Anwesende:
Vertreter des Tauchsportvereins Leipziger Delphine e.V., von den Vereinen der Segler, Angler, Kanuten, von den Bewohnern des Feriendorfes, der Bootsverleih Wittig, Spaziergänger, Anwohner, Bürgerverein in Grünau, Naturschutzbund Leipzig, Vertreter der Stadt Leipzig, LVZ

  • Ziel:

    Ziel ist es, im sachlichen Miteinander über den See und seine weitere Entwicklung zu sprechen, dabei die verschiedenen Interessen auf einen Nenner zu bringen, es gilt, die Rechte der Bürger und die wirtschaftlichen Interessen des Betreibers des Kulkwitzer Sees zu beachten, einseitige Entscheidungen zu verhindern, den Natur- und Umweltschutz am See zu beachten, die fachliche Stärke der verschiedenen Interessengruppen gilt es zu nutzen, um das Naherholungsgebiet der kurzen Wege, was nicht jeder Stadtteil aufweisen kann, mit wenig Interessenkonflikten für ALLE zu erhalten.

    Schwerpunktthemen:

    • Vandalismus bekämpfen
      -Vorschlag an jugendliche Gruppen heranzutreten, nicht ausschließlich über Verbote.
      -Wünschenswert wäre eine Sicherheitspartnerschaft zwischen Stadt Leipzig und Polizei.
    • Ärger über die Zäune, Stacheldraht sei kein Mittel, mit Vandalismus fertig zu werden...
    • Der Kulkwitzer See sei ein Naherholungsgebiet vor allem für die Leute, die hier hier wohnen, die in allen 4 Jahreszeiten den See zur Erholung nutzen und nicht in erster Linie für die Camper, die nur saisonbedingt vor Ort sind.
    • Zusätzliche sanitäre Einrichtungen muss man schaffen und vorhandene geschlossene regelmäßig öffnen, Augenmerk kann nicht nur auf das eine neue Sanigebäude für die Camper gelegt werden.
    • Mülltonnen der Bungalowpächter
      -Bungalowbesitzer zahlen für Badegäste mit, die ihren Müll dort einwerfen
      -Möglichkeit der Einzäunung prüfen
      -Alternative Mülltonne direkt am Bungalow
    • Wasserqualität sichern:
      -durch Fremdeinleiter teilweise beeinträchtigt (z. B. Auffangbecken in Markranstädt verursacht bei starken Regen ein Überlaufen und daraufhin ein Abfluss in den See, was wiederum Schaumkronen auf dem See herbeiführt, Gartenanlage in Markranstädt)
      -Ämter anfragen, was das für Einleitungen sind.
      -Wasseranalysen sollen gemacht werden, mit Amt für Umweltschutz in Verbindung setzen, die Zeit läuft gegen uns, der See sei zu wertvoll
    • geringe Beleuchtung (außer am Campingplatz)
    • Grünflächenbepflanzung
      Der Antrag von Frau Göbel, gemeinsam mit Stiftung Wald für Sachsen, Nabu und einigen am See ansässigen Vereinen am See Bäume zu pflanzen, wurde bisher nicht genehmigt, Zuständigkeiten nicht geklärt, da fehlender B-Plan....
    • Hundestrand
      -befindet sich gerade dort, wo es gut ist für Kinder zu baden, auch ältere Leute nutzen diese Stelle oft.
      -ständiges Hundegebell
      -Leinenzwang wird nicht eingehalten
      -viele Hundebesitzer nutzen diesen Strand gar nicht.
    • Pappeln in Bungalowsiedlung
      -stellen durch ihre Größe eine Gefahr für angrenzende Bungalowanwohner dar
    • Bungalowsiedlung verfällt zunehmend, sei das letzte Rad am Wagen, Wasserleitungen kaputt, Campingplatz hätte nur noch Vorrang, Gespräche fehlen auch zwischen Feriendorf und LeipzigSeen GmbH
    • Standsicherheit des Norduferbereiches sowie Teile in Lausen/ Bereich Hochkippe seien gefährdet, man solle die Oberste Bergbehörde in die Pflicht nehmen, was dieses Thema betrifft.
    • Es wurde nach den Richtlinien für Segler, Surfer, Angler, Kanuten, Ruderbootfahrer gefragt, gibt es Befahrensregeln - wer kontrolliert das? Wiederholt wurde beobachtet, dass Fremdnutzer mit Booten mit E-Motoren über den See fahren.
    • Der Eisverkäufer auf der Markranstädter Seite befährt gesperrte Bereiche. Außerdem hält er sein Tempolimit nicht ein, sollte bereits nach der Veranstaltung vom 18.5.2004 geklärt werden., Zuständigkeiten diesbezüglich ungeklärt; Markranstädt sei nicht zuständig, sondern die Polizei Markkleeberg. Polizei am Lausener Strand kommt aus Leipzig, also für Markranstädt nicht zuständig - was ist mit dem Göhrenzer Ufer?
    • Auf der Markranstädter Seite gibt es Parkplatzprobleme, Zuständigkeiten auch ungeklärt.
    • Notwendigkeit geäußert zur Zusammenarbeit zwischen Stadt Leipzig und Stadt Markranstädt, da es EIN See ist...In dem Zusammenhang wurde auch gesagt,dass es künftig um beide Seiten des Sees gehen muss, Markranstädter und Leipziger Seite - bei der letzten Veranstaltung den See betreffend wurden die Markranstädter Probleme überhört...
    • Angelegenheit Bootsverleih Wittig ungeklärt - Frage konnte nicht beantwortet und geklärt werden, ob Bootsverleih am Lausener Ufer endgültigen Standort hat in Zukunft, dieser nicht vorhandene B-Plan blockiere alles, Bootsverleih solle aber doch dort sein, wo auch der Hauptbadestrand ist- das sei nun mal jetzt am Lausener Strand...
    • Pflege der Spielplätze muss unbedingt verbessert werden
    • Zusammenarbeit mit den Streetworkern organisieren
    • Wie sieht die Entwicklung des Wasserrettungsturmes aus? Das Gebäude ist verfallen, beschädigt, lt. LVZ fehlen die Mittel für ein entsprechendes Einsatzboot?
    • Rodelbergprojekt - wie geht's da mit der Pflege weiter?
    • Bei der nächsten Veranstaltung sollte unbedingt ein Vertreter der LeipzigSeen GmbH bzw. des ZEG Kulkwitzer See anwesend sein, um anstehende Fragen u. Probleme besser klären zu können, kritisiert wurde, dass bei dieser Veranstaltung kein Vertreter die Einladung wahrgenommen hat bzw. wenigstens telefonisch Interesse zeigte...
    • Frage nach dem B-Plan wurde mehrfach gestellt, eindeutig wurde gesagt, dass dieser nicht weiter vor "sich hindümpeln" darf und die Stadt Leipzig damit alle Entscheidungsfragen von sich her schiebt, solange dieser Plan nicht fertig gestellt ist...Kontakte sollten aufgenommen werden diesbezüglich zur Stadt Leipzig, der B-Plan solle laut Auskunft der Stadt Leipzig in den nächsten Wochen in die Beteiligungsphase, eine Entscheidung stehe an...
    • Frage nach dem B-Plan für Markranstädt wurde gestellt - gibt es einen? Es war mal von einem Strandbad am Markranstädter Ufer die Rede...
    • Vereine kommen sich oft vor wie Bittsteller, obwohl sie nun schon über so viele Jahre am See ansässig sind, diese Interessengruppen bräuchten größeres Mitspracherecht, denn sie tragen auch dazu bei, Kosten zu minimieren, Pflege zu optimieren, es sei nicht verständlich, dass an diesem Termin kein Vertreter der LeipzigSeen GmbH teilnimmt. Unverständnis auch geäußert über 1 Jahres-Verträge- Ungewissheit sei belastend.
    • Vertreter der Stadt Leipzig konkretisierte nochmals das Ziel - der Kulkwitzer See hat für die Region eine große Bedeutung, es gilt, ihn besser zu managen als in den vergangenen Jahren, Anliegen ist es, dass er in der Leipziger Seenlandschaft einen attraktiven Platz behält und nicht hinter dem Cospudener See zurück fällt, deshalb wurde das Management der Leipzig Seen GmbH übertragen.

      Fazit:

      Es kristallisierten sich auch in dieser Veranstaltung neue Probleme heraus. Es scheint um so wichtiger, sich für den Erhalt des Sees und seinem Umfeld einzusetzen.
      Aus diesem Grund wurde eine Interessengemeinschaft "Kulkwitzer See" gegründet.
      Es besteht Konsens darüber, dass die Interessengemeinschaft jeweils einen Vertreter aus ihren Reihen benennt, über diesen kurzfristig Kontakt aufgenommen werden kann und Informationen an die anderen weiter geleitet werden können. Ebenfalls ist zu konstatieren, dass der Wunsch besteht, dass sich die Interessengemeinschaft weiterhin öffentlich treffen sollte und den Fortgang des geplanten Bebauungsplanes zu begleiten.
      Dieser Interessengemeinschaft haben sich sofort angeschlossen: Vertreter der Vereine am Kulkwitzer See, Anwohner, Bewohner vom Feriendorf Lausen, Vertreter Bündnis 90/ Die Grünen, Vertreter des Nabu, Vertreter von Bürgervereinen in Grünau.
      Weitere Vertreter wie z.B. der Städte Leipzig und Markranstädt, der LeipzigSeen GmbH, des ZEG Kulkwitzer See sollten gewonnen werden, um das gemeinsame Interesse, den Kulkwitzer See als attraktives Erholungsgebiet zu erhalten und zu schützen, besser verwirklichen zu können.
      Das nächste öffentliche Treffen der Interessengemeinschaft wird für September anberaumt. Es wird vorgeschlagen, dazu einen Vertreter vom Dezernat Stadtentwicklung und Bau einzuladen, der nähere Ausführungen zum geplanten Bebauungsplan "Kulkwitzer See" machen kann bzw. eine Aussage treffen kann, wann in etwa der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt wird. Dann ist es der Interessengemeinschaft möglich sich vier Wochen einzubringen und ihre Interessen durchzusetzen. Die Verwaltung prüft nach Ablauf der Auslegungsfrist, ob Vorschläge übernommen werden können. Erst danach geht der Bebauungsplan in die Ausschüsse und wird im Stadtrat beschlossen.

      Text: Frank Albrecht
      Sprecher vom Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen

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