Nach der Veranstaltung vom 18.05.04 in der neuen Rezeption am Campingplatz des Sees, zu der Frank Albrecht als Grünauer Spitzenkandidat der Leipziger Bündnisgrünen eingeladen hatte, stehen die Interessenkonflikte und das Informationsdefizit zwischen Seebetreiber Christian Conrad und den Grünauer Bürger sowie den verschiedenen Vereinen und Verbänden deutlicher dar.
In angeregter Diskussion, wo viele enttäuschte BürgerInnen zunächst einmal Ihren Unmut, insbesondere über die Zäune und Heckenanpflanzungen lautstark geäußert hatten, wurde auch Verständnis für die Planungen des Seebetreibers hinsichtlich der Kosten- Nutzen- Rechnung gezeigt. Sicherlich muß Herr Conrad die Kostenlast für die Unterhaltung und Pflege des Gesamtareals tragen, doch eines wurde im Laufe des Abends durch die Mehrheit der ca. 50 anwesenden BürgerInnen sehr deutlich: Der See muß zumindest tagsüber voll öffentlich bleiben- oder mit anderen Worten: die Grünauer lassen sich ihren See nicht wegnehmen! ...und das ist auch gut so! Denn viele, gerade ältere Grünauer haben in den 70er Jahren aktiv an der Gestaltung des Sees mitgewirkt und betrachten ihn deshalb als einen großen öffentlichen Garten. Kinderspielplätze, die dicht am Zaun des Campingplatzes liegen, wirken wie Ghettos; viele sanitäre Anlagen lassen zu wünschen übrig. Die Informationspolitik des Zweckverbandes wurde dahingehend gerügt, als dass viele BürgerInnen dort einfach einmal an den Sitzungen teilnehmen würden.
Nach der Veranstaltung wurde ein Ergebnisprotokoll gefertigt, das 11 Festlegungen beinhaltet, an denen der weitere Erfolg im Miteinander zu messen ist. Dieses Schriftstück ist auf den Internetseiten www.gruene-leipzig.de oder www.kulkwitzersee.de einzusehen.
Gemeinsam wurde der Vandalismus, verbunden mit der Vermüllung an einigen Stellen des Territoriums beklagt. Dazu bedarf es größerer Zivilcourage der Bevölkerung, um das Bewusstsein „dieser See ist ein geschütztes Erholungsgebiet für ALLE“ zu erzeugen. Striktere Maßnahmen von Ordnungskräften können zwar in Einzelfällen helfen, lösen aber nicht das Problem als solches.
Zum Abschluß wurde noch ein Angebot durch Frau Elke Göbel in Form eines offenen Briefes an die Stadt Leipzig und den Zweckverband sowie Seebetreiber verlesen, der die Bepflanzung des abzureißenden Areals der Partytonne mit interessanten urzeittypischen Solitärbäumen anbietet.
In Folge der Veranstaltung wurde ab dem 29.05.04 eine Unterschriftenaktion “Kulkwitzer See für ALLE“ initiiert, die derweil einen Stand von ca. 1500 Unterschriften aufweist.
Resümee: Durch die Veranstaltung wurde ein erstes offenes Gespräch gefunden, viele weitere sind teilweise in kleinem Kreise inzwischen geführt worden.
Die nächste offene Veranstaltung zur Gründung des „Forums Kulki“ wird mit allen Interessenvertretern am 13.07.04 um 19:00 Uhr im Saal des KOMM e.V., Selliner Str. 7, insbesondere im Hinblick auf den aufzustellenden Bebauungsplan Nr. 232 stattfinden.
Alle interessierten BürgerInnen sind dazu herzlich eingeladen.
Text: Frank Albrecht
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