Während des Sommers haben sich zehntausende Leipziger am Strand des Kulkwitzer Sees getummelt. Klar,
dass eine Menge Müll am Strand liegen blieb. Es ist nicht viel, was der einzelne Bader zurück lässt.
Hier ein Kronkorken, dort ein Zigarettenstummel, nebenan das Alupapier. Doch stellt man sich das
hundertfach vor, so hat man den Müllberg-"Salat".
Um diesen Haufen zu beseitigen, traten am 27. September über fünfzig Freiwillige an. Bewaffnet
mit High-Tech Müll-Greifern und blauen Plastiksäcken zogen an die zehn Mitglieder des "Leipziger
Pinguine" e.V. und beinahe 25 erwachsene Mitglieder unseres Vereins, gestützt von zehn Helfern
der Jugendgruppe los, See und Strand von Müll zu bereinigen. Um weiter entfernten Schmutzherde
im See zu erreichen, kam die DLRG zu Hilfe. Per Boot chauffierten sie unsere Unrat-Bergungstaucher
bis an das Westufer, zum Seglerhafen und zum Lagerfeuerplatz Markranstädt. Allein im Hafen suchte
und fand die Unterwassereinheit Müll im Wert von mindestens fünf blauen Säcken. Der Großteil des
dort aufgelesenen Schrottes wurde nicht an die Tauchbasis gebracht, sondern den Seglern mit den
Worten "Euern Müll haben wir rausgeholt, entsorgen könnt ihr ihn aber selber" (Mathias Stolper)
vor den "Bug geknallt".
Am Strand, dort wo die "Pinguine" unter Chefin Gisela Hanke und die Jugendgruppe unseres Vereins
mit kräftiger Unterstützung durch die Übungsleiter werkelten machte sich Optimismus breit. Der
von Jürgen Reins zum aufräumen zugeteilte Strandabschnitt war fast gänzlich von Müll befreit. Nur
noch ein paar Meter, und dann war es geschafft - auf zur Mittagspause. Die Leipziger Delphine
stellten Getränke und warme Suppe für die fleißigen Helfer, die diese Geste gern annahmen. Damit
war es getan - einen Vormittag lang Müll aufsammeln machten den Lausener Strand, den Spielplatz
und den Seegrund am Seglerhafen zu den saubersten Stellen am Kulkwitzer See. Ein großes Dankeschön
gilt den "Pinguinen", die uns jedes Jahr beim Umwelttag unterstützen und es sogar fertig bringen,
Mitglieder aus Potsdam und Brandenburg zur Reinigung des Strandes anzuheuern. Gedankt sei auch
den der fleißigen Jugendgruppe um Andreas Glaß, Katrin Schneider und Elke Pannier, Super war die
Unterstützung durch die DLRG um Bootsführer Thomas Makan. Gleiches gilt für den Basisdienst, der
die Helfer an diesem Tag auf eigene Kosten mit einem kalten Buffet überraschte.
Die letzte Ausfahrt des DLRG-Bootes galt an diesem Sonnabend der eigenen Sache: Thomas Gressler
und Lutz Drössler stellten auf Anfrage der Polizei und der Leitung der Leipziger Seen GmbH einen
70 cm hohen Betonring mit einem Durchmesser von 1,5 m sicher. Dieser Betonring diente, bevor er
ins Wasser gerollt wurde, als Feuerstelle am Markranstädter Strand. Im Flachwasser war der Ring
für Badende eine Gefahr. So zog man ihn mit Hebesack und Boot quer durch den Kulki und setzte ihn
ausreichender Tiefe vor Tauchbasis ab.
Am gleichen Tag fand auch der Biotag der "Leipziger Delphine" statt. Dr. Joachim (Jaschin) Weiß und Bernd
Vogel waren pünktlich 10.00 Uhr im Wasser, um im Südbecken des Sees Algenproben zu entnehmen. Ziel der
Untersuchung ist es, herauszufinden, ob es im Kulkwitzer See weitere seltene Arten der Armleuchteralgen,
von denen erst kürzlich eine im See entdeckt wurde, gibt. "Diese Armleuchteralgen (Characeen) treten
besonders in nährstoffarmen Gewässern auf, wobei der Kulkwitzer See der einzig bekannte Ort in Sachsen
ist, an dem gleichzeitig fünf verschiedene Arten zu finden sind", so Hydrobiologin Frau Dr. Doege. Sie
arbeitet eng mit Joachim Weiß zusammen und untersuchte die gesammelten Proben nach neuen Arten. Characeen,
die eine Höhe von bis zu 1,5 m erreichen können, sind der wichtigste Sauerstoffproduzent im Kulki. Die
Pflanzen halten sich an wurzelähnlichen Gebilden im Seeboden. Die Lebensweise der Characeen untersuchen
die Teilnehmer der Biotage an vier Tagen im Jahr.
Weitere Information im Magazin Grün-AS:
• Bilderserie Umweltschutz-Aktionen bei den Leipziger Delphinen [10/2004]
• Internetpräsentation der Leipziger Delpine e.V. - www.leipziger-delphine.de
• Magazin Grün-AS, Ausgabe 08/2000: Erstes Internationales Friedenstauchen am Kulkwitzer See
• Magazin Grün-AS, Ausgabe 11/2001: 5. Umwelttag am Kulkwitzer See
• Magazin Grün-AS, Ausgabe 09/2003: Friedenstauben über dem Kulkwitzer See
• Magazin Grün-AS, Ausgabe 09/2004: Leipziger Delphine tauchen für den Frieden
• Magazin Grün-AS, Ausgabe 10/2004: Umweltschutz - Für Taucher selbstverständlich
• Magazin Grün-AS, Ausgabe 10/2005: Momente beim Friedenstauchen 2005 am Kulkwitzer See
• Magazin Grün-AS, Ausgabe 11/2005: Mission "Clean up" - Umweltschutz für Leipziger Delphine selbstverständlich
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