Rudern und Wasserski erweitern die Freizeitpalette am Kulki

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Morgens, 8 Uhr früh: Noch herrscht Stille an den Ufern des Kulkwitzer Sees. Einige Bleßhühner schwimmen lautlos dahin, in den Zweigen der Birken regt sich ein schläfriger Wind. Der Kulki, entstanden 1973 als Restloch eines Braunkohletagebaues, ist heute mit einer Wasserfläche von 150 ha Leipzigs größte Badewanne. Ein Magnet, nicht nur für Badelustige. Doch der klare See - einer unter den Top Ten der saubersten Badeseen Deutschlands! - bereitet nicht nur Freude, sondern auch Kopfzerbrechen, weiß Dr. Berthold, Geschäftsführer des Zweckverbandes Erholungsgebiet Kulkwitzer See.

"Der See steigt ständig, seit Februar haben wir ununterbrochen eine Pumpe im Einsatz, um den Wasserstand auf dem jetzigen Niveau von 114 m über Normal Null zu halten. Sonst haben wir nämlich bald die ganze Halbinsel unter Wasser, auf der sich der Campingplatz befindet. Dort ist der Baumbestand derart gefährdet, daß durch die Wurzelfäule die Pappeln umkippen."

Und an der Nordböschung, unweit der B 87?

"Diese bricht immer weiter ab, und mehrere hundertausend Mark wären nötig, um hier voll die Bremse anzuziehen!"

Was gibt's Neues vom Kulki 1999, außer dem fehlenden Geldsegen?

Dr. Berthold: "Erfreulicherweise haben wir seit Mai wieder einen Bootsverleih. Täglich ab 10.00 Uhr stehen am Rettungsturm 2, vorläufig zehn Ruder- und Paddelboote zur Ausleihe bereit. Ein weiteres High-Light der Saison ist die Inbetriebnahme einer Wasserskianlage, vielleicht doch noch in diesem Jahr ..."

Was ärgert eigentlich den "Chef vom Erholungswesen"?

"Das Müllproblem und der Vandalismus. Das Müllproblem ist mit unseren zehn fest eingestellten Mitarbeitern in der Saison kaum lösbar. Daher sind wir auf ABM-Kräfte angewiesen, die uns aber wiederum nur den Zschampert sauberhalten. Durch Vandalismus wurden mit massiver Gewalt, die ersten unserer 70 neu errichteten Betonbänke zerstört."

Dr. Berthold, bitte noch ein Wort zum Parkplatznotstand in Lausen.

"Gewiß herrscht dort, insbesondere durch den Wegfall des Parkplatzes 'Am Teich' eine Unterversorgung. Leider können wir, als Zweckverband, kurzfristig keine Abhilfe schaffen. Parksündern drohen auch in diesem Sommer wieder Geldbußen. Geprüft wird zur Zeit aber der Kostenrahmen eines bewachten Parkplatzes für ca. 400 Fahrzeuge. Als möglicher Standort käme eventuell die verwilderte Freifläche am Rewe-Supermarkt in Betracht."

Ich bedanke mich für das Gespräch und spaziere noch einmal zum Strand. Es ist 10.00 Uhr, die ersten Schwimmer haben die Wasservögel vertrieben. Auch mit der Ruhe ist es jetzt vorbei: Ein 20 PS-Rasenmäher zieht seine grünen Bahnen, gelenkt von einer Frau, Beate Flache (36). Sie ist eine der zehn Angestellten hier. Zu DDR-Zeiten steuerte die gelernte Agrotechnikerin Mähdrescher. Auch heute gefällt ihr die Arbeit an der frischen Luft.

»Ja, ein bißchen schon«, meint sie mit einem Lächeln.
Gerd Badynski [02.08.1999]
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