Der Zschampert, auf alten Karten auch "Schambert" genannt, ist im Bereich Grünau der einzige natürliche Wasserlauf. Er
tangiert Grünau am Westrand, und die Besucher des Kulkwitzer Sees überqueren ihn auf der B 87, wo sich eine kunstvoll
gemauerte Dreibogenbrücke von 1793 befindet. Vermutlich ist diese durch eine spätere Straßenverbreiterung auf der Südseite
verändert worden, so daß der Originalzustand der Brücke nur noch auf der Nordseite vorhanden ist.
Der Zschampert ist der Rest eines alten Urstromtales am Fuß einer Grundmoränenkette, von der der Bienitz der bekannteste
Teil ist. Auch Wachberg und Sandberg in Rückmarsdorf gehören dazu und als letzte flache Welle der Grünauer Kirschberg. In
seinen besten Zeiten hatte der Zschampert ein Breite von 50 (!) Metern. Die Ufer waren schon zu Urzeiten bewohnt. Als Beleg
dienen z.B. die Hügelgräber am Bienitz und der große steinzeitliche Friedhof am Rückmarsdorfer Sandberg.
Das Quellgebiet des Zschampert lag bis zur Grundwasserabsenkung, die durch den hier 1864 einsetzenden Kohlebergbau bedingt
war, zwischen Seebenisch und Knautnaundorf. Heute beginnt der oberirdische Lauf des Zschampert an der von Markranstädt nach
Zwenkau führenden Landstraße südlich des Kulkwitzer Kraftwerkes und fließt zunächst als Straßengraben bis Göhrenz.
Von hier aus verläuft er östlich des Kulkwitzer Sees, tangiert den Westrand von Lausen und durchfließt dann eine südlich
von Miltitz beginnende Auenlandschaft, die sich in einer aus der Eiszeit stammenden Schmelzwasserrinne bis nach
Lindennaundorf und Rückmarsdorf erstreckt. Den Bienitz westlich umfließend, wird der Zschampert durch einen 100 m langen
Tunnel unter dem hier 13 m höher gelegenen Elster-Saale-Kanal hindurchgeleitet.
Nördlich des Bienitz durchfließt er den "Burghäuser Bruch" und den "Grünen Winkel". Am Domholz schwenkte der Zschampert
früher nach Westen ab und mündete bei Maßlau in die Luppe. Jedoch seit 1970 fließt er in seiner Nord-Südrichtung weiter
durch das Domholz und mündet zwischen Domholzschänke und Schlobachs Hof in den alten Luppenlauf, der dann wenige Meter
nördlich in das am Auensee beginnende, 1934/36 im Zuge der Luppenregulierung neu angelegte und gedeichte Luppenbett
einmündet.
Die Zschampertverlegung hatte sich hochwasserschutzseitig im Zusammenhang mit dem Tagebauaufschluß Merseburg-Ost notwendig
gemacht. Dabei wurde die von Schkeuditz nach Dölzig führende und die Elster-Luppenaue durchquerende Straße so weit
abgesenkt, dass ein Abfluß des Zschampert im alten Bett nicht mehr möglich war.
Das etwa 50 ha große Domholz wurde übrigens dem Merseburger Bischof Giseler schon 974 vom Kaiser Otto II. als Wald im Gaue
Schkeuditz geschenkt und war somit geistlicher Besitz. Auf Beschluß des Domkapitels zu Merseburg errichtete man 1840 das
Domhäuschen, das sich noch heute westlich der 1926 eröffneten Domholzschänke befindet.
Hier wurden bei den im Domholz zahlreich abgehaltenen Auktionen die Zahlungen und Abrechnungen der Holzkäufer erledigt. Durch
Rodung von 10 ha Wald entstand hier in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Domholzwiese als prächtige Lichtung, wo
insbesonders am Himmelfahrtstag reges Treiben herrscht.
Von Lausen, das 119,5 m über dem Meeresspiegel liegt, hat der Zschampert bis zum Domholz ein Gefälle von 22 m. Zwischen
Klein-und Großmiltitz bildete der Zschampert bis 1934 die Flurgrenze und bei Rückmarsdorf trieb er sogar bis 1940 eine
Wassermühle mit zwei Mahlgängen, "eine oberschlächtige Mühle", die aber in sehr heißen, trockenen Sommern wenig oder gar
kein Wasser enthält, wo dann der Müller ganze Monate hindurch nicht mahlen kann". Für den Antrieb der Mühle zweigte bei
Lindennaundorf östlich des Zschampert ein Mühlgraben ab, der das Zschampertwasser einem Teich neben dem noch heute
vorhandenen Mühlengrundstück zuführte.
Der Rückmarsdorfer "Mühlweg" führte von der Hauptstraße dorthin. 1814 wurde die "Mühle nebst dabei befindlichen Wohn- und
Wirtschaftsgebäuden für 200 Thaler jährliches Pachtgeld" an einen Müller vergeben. Davon ausgenommen war aber die "Fischerey
bei großem Wasser".
Mehrere Spuksagen gehen auf die in den sumpfigen Zschampertwiesen als "Irrlichter" erscheinenden unsteten Methanflämmchen
zurück. So verhöhnte einst ein Bauer an der Zschampertbrücke bei Rückmarsdorf ein Irrlicht. Dies machte ihn zur Strafe
"fest". Auch hinzukommende Leute konnten ihn nicht befreien. Erst als er die Jacke verkehrt anzog, so wird berichtet, war
der Zauber gebrochen, und der Bauer konnte weitergehen.
Weitere Informationen dazu im Magazin Grün-AS:
• Magazin Grün-AS, Ausgabe 07/1999: Lesen Sie weiter in Teil 2
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