Der Bergahorn (Acer pseudoplatanus L.): ist der Baum des Jahres 2009
Das "Kuratorium Baum des Jahres" hat den Bergahorn zum Baum des Jahres 2009 gewählt.
Bergahorne sind in Leipzig und Umgebung überall häufig. Sie vertragen hohe Nährstoffgehalte im Boden
weit besser als die meisten anderen Bäume und breiten sich daher gegenwärtig weiter aus. Im Leipziger
Auwald sind an vielen Stellen bis 90% der nachwachsenden Bäume Ahorne (neben dem Bergahorn auch
Spitzahorn und deutlich seltner auch Feldahorn). Der Eintrag von Nährstoffen bedroht viele andere
Baumarten. Sie treiben durch das Nährstoffüberangebot zunächst kräftig aus. Diese jungen Triebe,
angetrieben durch zuviel Stickstoff im Boden, sind jedoch sehr anfällig für Insekten und
Pilzkrankheiten, die von hier aus auch in das ältere Holz vordringen. Darunter leiden die
Bäume. Ahorne sind auch bei Überfütterung widerstandsfähiger gegen Insektenfraß und Krankheiten
und können dadurch auf Böden mit einem Stickstoffüberangebot andere Baumarten allmählich
verdrängen. Quellen für dieses die Artenvielfalt in den Wäldern bedrohende Nährstoffüberangebot
sind vor allem:
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durch Wind und Wasser eingetragene Mineraldüngerreste aus der Landwirtschaft. Wer es mit dem
Schutz der Natur ernst meint, sollte daher verstärkt Biolebensmittel kaufen, die nicht mit
Mineraldünger produziert werden. Genauso wichtig ist es, im Kleingarten Mineraldünger ganz zu
vermeiden und sich bei organischen Düngern zurückzuhalten. Viel hilft hier nicht nur nichts,
sondern schädigt die Natur, das Grundwasser und das Portemonnaie.
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Stickoxide vor allem aus Autoabgasen und Kraftwerken werden in der Luft und im Boden zu
löslichen Nitraten (stickstoffhaltige Salze) umgewandelt und mit dem Regen in die Böden
eingewaschen. Auf diese Weise gelangen je Quadratmeter und Jahr ca. 20g reiner Stickstoff
in den Boden und ins Wasser. Das reicht bei einigermaßen fruchtbaren Böden völlig aus, um
Blumen und so genannte Mittelzehrer bei Gemüse (zB Möhren und Zwiebeln) ohne jeden
Stickstoffdünger zu ziehen. Langfristig stellt diese Stickstoffdüngung aus der Luft
auch für den Kulkwitzer See eine große Gefahr dar.
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Ins Gelände weggeworfne Abfälle, Hundefäkalien, auch Fütterung von Wildvögeln am Kulkwitzer
See u.ä. Vor allem in stark besuchten Naherholungsgebieten wie dem Kulkwitzer See, kann das
die Artenvielfalt schwer schädigen.
Bergahorn zählt zu den Gewinnern dieses Nährstoffeintrages und breitet sich zum Beispiel auch
im Pappelwald zunehmend aus. Am Boden profitieren zum Beispiel Holunder in der Strauchschicht
und Brennnesseln und Riesenknöterich in der Krautschicht zu Lasten vieler anderer Arten von
diesem Nährstoffüberfluss.
Bergahorn kann bis zu 600 Jahre alt werden. Die vegetationskundlich offizielle Nordgrenze
seiner natürlichen Verbreitung verläuft am nördlichen Rand der Mittelgebirge. Doch längst
fühlt sich der Bergahorn auch im platten norddeutschen Land ausgesprochen wohl - nicht nur
als Park- und Straßenbaum oder als Feldgehölz, sondern auch als Waldbaum. Gefördert durch
den Menschen hat er sich bis nach Südschweden und weit nach Osten bis tief ins europäische
Russland hinein ausgebreitet. In Dänemark beispielsweise wurde er im 17. Jahrhundert
kultiviert und ist dort dann verwildert. Selbst übers Meer wurde er verschleppt, so dass
der Berg-Ahorn heute auch in England, Irland, Nordamerika und sogar in Chile vorkommt.
Der Zuckergehalt im Saft des Berg-Ahorns liegt im Zeitraum vor dem Blattaustrieb mit 1 - 3
Prozent vergleichsweise hoch, aber damit immer noch deutlich geringer als bei seinem Vetter,
dem Zucker-Ahorn in Nord-Amerika, der bis auf 8 % Saccharosegehalt kommt. Zuckerahorn wächst
bei uns vereinzelt als Parkbaum. Dass der Saft des Ahorns mehr Zucker enthält als die meisten
anderen heimischen Baumarten, bekommt man auch im Frühsommer zu spüren, wenn unzählige
Blattläuse den nur teilweise verdauten Zuckersaft (Honigtau) verspritzen und alles unter
der Krone des Berg-Ahorns mit einem klebrig-süßen Film überziehen. Dieser Zuckersaft wird
vom Regen in den Boden eingewaschen und dient dort den Bodenpilzen als Nahrung. Der Ahorn
bildet wie viele andere Pflanzenarten auch mit den Bodenpilzen eine
Kooperationsgemeinschaft: Das Myzel der Pilze umwächst die Wurzeln und versorgt diese
mit Wasser, Nährsalzen und Aminosäuren, im Gegenzug liefern die Bäume Zucker, den sie
mit Hilfe des Sonnenlichtes aus CO2 und Wasser produzieren. Die Zuckersaft saugenden
Blattläuse haben aber für die Pflanzen noch weitere Vorteile: Sie liefern Ameisen und
Vögeln Nahrung, die dann im Gegenzug Raupen und andere Pflanzen fressende Insekten
vertilgen. Für die meisten Wildpflanzen in der Natur sind Blattläuse ausgesprochen
nützliche Begleiter, die für gute Arbeit guten Lohn in Form von Pflanzensaft einfordern.
Wer Blattläuse im Garten mit Gift bekämpft sollte wissen, dass er den meisten seiner
Pflanzen damit keinen Gefallen tut. Nur Pflanzen, die den Boden oder unser Mikroklima
schlecht vertragen oder die in Monokulturen wachsen können durch Blattläuse ernsthaft
geschädigt werden. Mischkulturen und standortgerechte Pflanzen sind die naturgerechte
Alternative zu Gift. Er sollte auch wissen, dass er damit zum Beispiel vielen Vögeln
das Futter vergiftet, so dass diese nicht genug für ihre Jungen finden. In vielen Kleingärten
verhungert auf diese Weise etwa die Hälfte der Jungvögel bevor sie flügge sind.
Weitaus lukrativer als der Saft ist das Holz des Berg-Ahorns. Das helle, beinahe weiße Holz wurde schon
vor rund achttausend Jahren bei den jungsteinzeitlichen Ackerbauern gerne zur Herstellung von Gefäßen
benutzt. Bis heute ist es die erste Wahl bei hölzernen Küchengerätschaften wie Schalen, Schneid- und
Frühstücksbrettern, Kochlöffeln, Fleischklopfern und Nudelhölzern.
Eine weitere klassische Verwendung hat das recht harte, aber gut drechselbare Holz des
Berg-Ahorns im Musikinstrumentenbau gefunden. Wegen seiner schmucken hellen Farbe wird es
gerne für Flöte oder Fagott genommen. Und bei Saiteninstrumenten, beim Cello, bei der Bratsche
und vor allem bei der Geige ist Ahornholz der Garant für eine wunderbare Resonanz. Berühmt sind
die Geigenböden, die aus so genanntem Riegelahorn gefertigt wurden. Bei diesem Holz ist der
Verlauf der Holzfasern ungewöhnlich wellig, was im Anschnitt dann einen alternierenden
Hell-Dunkel-Schimmer ergibt.
Es gibt eine Fülle weiterer Einsatzbereiche für das Holz des Berg-Ahorns: Zimmerleute
nehmen es gerne beim etwas edleren Innenausbau für Treppen und Fußböden. Und auch die
Möbeltischler sind begeistert. Lediglich im Außenbereich und als Bau- und Konstruktionsmaterial
hat sich das Holz des Berg-Ahorns nicht bewährt.
Junge Ahornblätter sind übrigens essbar. Man kann daraus sehr gut schmeckende und gesunde
Frühjahrssalate zubereiten oder Ahornblätter im Frühjahr anderen Gerichten zugeben.
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• Die Flora und Fauna des Kulkwitzer See's: Bereich Pflanzen sowie Bereich Tierwelt von Dr. Leonhard Kasek
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