Walnuss ist Baum des Jahres 2008

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Die Walnuss ist der Baum des Jahres 2008. Ein guter Walnuss-Baum trägt pro Jahr bis zu 150 Kilo der vitamin- und mineralreichen Nüsse. Die Walnuss ist der 20. Jahresbaum. Bundespräsident Horst Köhler gratulierte zum Jubiläum und betonte in einer Mitteilung, die Umwelt beginne «schon beim nächsten Straßenbaum». Künstler schätzen das edle Walnuss-Holz, das seit jeher für hochwertige Möbel genutzt wird und besonders in der Biedermeierzeit dafür verwendet wurde.

Aber auch in der Tierwelt ist der Walnuss-Baum ein wichtiger Lieferant. Eichhörnchen, Mäuse und Krähen bedienen sich bevorzugt und schleppen in diesen kühler werdenden Tagen unermüdlich Nuss für Nuss in Winterquartiere oder vergraben die «Beute». Besonders Eichhörnchen vergessen die Früchte oft, die an diesen Stellen dann neu austreiben. In vielen Wohngebieten sind jetzt auch Krähen zu beobachten, die aus großer Höhe Walnüsse auf die Straße krachen lassen, damit die Schalen platzen und die fettreiche Nahrung freigeben. Die Krähen bevorzugen dabei zunehmend Autostraßen, damit die Autos die Nüsse zerfahren. Zum Teil machen sie das in der Nähe von Ampeln, so dass sie bei rot in Ruhe fressen und nicht zerfahrene Nüsse in Ruhe vor die Räder der wartenden Autos platzieren können.

Nach Angaben des Baum-Kuratoriums wird der Nussbaum für gewerbliche Zwecke schon seit rund 2000 Jahren kultiviert. In Deutschland erbrachte die Nuss-Produktion im Jahr 2005 etwa 1,5 Millionen Tonnen. Forstliche Bestände gibt es hauptsächlich im Südwesten Deutschlands, in Europa vor allem in Frankreich und in der Schweiz. Der Walnuss-Baum erreicht ein Höchstalter von etwa 150 Jahren. Er wird kaum höher als 30 Meter. Der mit einem Stammumfang von 3,08 Metern vermutlich dickste Walnussbaum des Landes steht laut Kuratorium in der Nähe von Köln.

Der Baum steckt fast seine ganze Kraft in den Austrieb der Schatten spendenden Blätter und in die Früchte. Auf bunte Blüten oder Nektardrüsen kann er verzichten, da allein der Wind die Bestäubung und damit Vermehrung besorgt. Ursprüngliche Heimat ist die Balkanhalbinsel, Vorkommen gibt es auch in Asien von der Türkei bis zum Himalaya. Auf Grund dieser Heimat kommt die Walnuß gut mit heißen, trocknen Sommern zurecht und leidet unter harten Wintern und Spätfrösten. Die Walnuß gehört bei uns eindeutig zu den Gewinnern des Klimawandels, da sie besser mit der Erwärmung zurecht kommt als viele andere heimische Bäume. Im Moment breiten sich überall wilde Nussbäume aus, deren Samen durch Tiere, aber auch Spaziergänger überall hin transportiert werden. Am Kulkwitzer See kann man solche Wildlinge zB. längs der Lützner Straße finden. Walnüsse sind samenecht, d.h. die Nüsse der Wildlinge sind essbar, allerdings teilweis klein und mit sehr harter Schale. Es gibt inzwischen auch veredelte Walnussbäume, deren Früchte sind gleichmäßig groß und relativ leicht zu öffnen. Sie tragen schneller Frucht und bleiben deutlich kleiner als samenechte Bäume. Walnüsse sind sehr gesund und enthalten sehr viel mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Sie sollten daher möglichst oft gegessen werden, nicht nur Weihnachten.

In Deutschland ist die Walnuss ein traditionelles Symbol für die Weihnachtszeit. Auf jedem «bunten Teller» unter dem Weihnachtsbaum ist Platz für Walnüsse. Früher haben die Bauern einen Walnussbaum gern als Hausbaum gepflanzt: Der Geruch der Blätter vertreibt Fliegen und Mücken und die Wurzelausscheidungen enthalten keimhemmende Stoffe. Unkraut kommt daher unter Nussbäumen nur wenig auf und in die Nähe der Bank unter dem Schatten eines Nussbaumes verirren sich nur wenige lästige Fliegen und Mücken.

Weitere Informationen zum Baum des Jahres:
•  http://www.baum-des-jahres.de/
•  Zur Natur des Jahres finden Sie hier weitere Informationen: www.nabu.de/m05/m05_10/ und de.wikipedia.org/wiki/Natur_des_Jahres
Naturschutzbund Kreisverband Leipzig - Dr. Leonhard Kasek [08.01.2008]
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