Im Kulkwitzer See beobachtet - Fischputzplätze

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Fische der Meere können von Hautparasiten befreit werden, wenn sie eine Putzerstation aufsuchen. Dort leben sogenannte Putzerfische, die sich ernährungsmäßig auf Hautparasiten spezialisiert haben. Das können beispielsweise Putzergrundeln sein von der Art Gobiosoma genie (Fam.: Gogiidae; Vorkommen: Indopazifik, Rotes Meer). Die Putzerfische und deren "Kunden", die sich zur "Kosmetik" einfinden, stellen ihr Verhalten aufeinander ein. Zwischen ihnen besteht das Verhältnis einer Symbiose.

Die Fische der Binnengewässer leiden ebenso unter Haut- oder Ektoparasiten, wie Parasitologen sie noch nennen. Ein sehr weit verbreiteter Vertreter schmarotzender Fischegel ist der grünlichbrau gescheckt aussehende, blutsaugende "Gemeine Fischegel" (Piscicola geometra L.), der oft von Tauchern an Hechten gesehen wird. Aber auch die Klasse der Crustacea beinhaltet viele parasitische Krebse, wie beispielsweise Argulus, die Karpfenlaus. Sie kann ebenfalls mit bloßem Auge und nicht nur auf der Haut von Karpfen beobachtet werden.

Süßwasserfische erwehren sich der Hautparasiten, indem sie versuchen, sie an Gegenständen abzustreifen. In einem etwa 30 Jahre zählenden Tagebau-See, wie dem Kulkwitzer, wo Gegenstände rar sind, werden alle sich bietenden Möglichkeiten genutzt. Das können Stöcke, Steine, Flaschen, Büchsen etc. sein, wie die Bilder zeigen. Sicherlich wurden solche Stellen im Kulkwitzer See bereits von vielen Tauchern gesehen, ohne deren Bedeutung zu kennen. Während des Tauchganges an einem der Biotage, die im Tauchsportverein "Leipziger Delphine e.V." für interessierte Mitglieder kostenlos viermal jährlich durchgeführt werden, konnten wir das Verhalten eines Barsches am "Fischerputzplatz" beobachten. Durch die Flossenbewegungen der Fische wird das feine Sediment aufgewirbelt und zur Seite transportiert. Bei häufigen Besuch dieses Ortes entsteht eine Mulde, in der freigespülte gröbere Materialien zurückbleiben.

Leider sind solche Fischputzplätze nicht so effektiv in der Bekämpfung der Parasiten, wie das durch Putzerfische geschieht. Die abgestreiften Schmarotzer - sofern sie dabei nicht zu Schaden gekommen sind - lauern an Ort und Stelle auf das nächste Opfer.

In den letzten zwei Jahren stieg die Anzahl der Putzplätze. Das könnte auf einen verstärkten Parasitenbefall der Fische hindeuten.
Dr. Joachim Weiß [29.10.2001]
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