Das Märzveilchen ist die Heilpflanze 2007

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Diese Veilchenart ist vor allem wegen ihres süßen Dufts bekannt, für viele ist es das Veilchen schlechthin. In Leipzig und Umgebung allein gibt es aber noch 6 weitere Arten. Weniger bekannt ist, dass Veilchen seit dem Altertum auch als Heilpflanzen verwendet worden sind.

Das Märzveilchen, auch Duftveilchen genannt, bevorzugt als Standort lichte bis halbschattige Plätze und fühlt sich unter sommergrünen, nicht zu dicht stehenden Sträuchern auch im Garten sehr wohl. In der freien Natur ist es an Waldrändern und in sommergrünen Hecken und Gebüschen zu finden. Die Pflanze hat einen kriechenden "Wurzelstock", so dass sie sich allmählich teppichförmig ausbreitet, wenn man sie ungestört wachsen lässt. Die Früchte werden auch von Ameisen verbreitet, so dass das Duftveilchen einmal angesiedelt überall im Garten auftauchen können.

Die Inhaltsstoffe des Veilchens wirken schleimlösend. Veilchen werden daher bei Husten und Bronchitis verwendet, als Kaltauszug (ganze Pflanze einschließlich Wurzel zerkleinern und über nacht in kaltem Wasser ziehen lassen, abgießen und über den Tag verteilt trinken). Veilchenblüten kann aber auch essen, zB als Salatdekoration oder als Veilchenblütenessig. Eine Delikatesse sind kandierte Veilchenblüten. Dafür werden die Veilchenblüten mit halbsteif geschlagenen Eiweiß bestrichen und mit feinem Zucker dünn bestreut. Anschließend lässt man sie auf einem feinen Gitter etwa zwei Tage trocknen. Veilchentee kann man sehr einfach selbst herstellen. Dazu werden zwei Esslöffel getrockneter Veilchenblüten unter 100 g schwarzen Tee gemischt.

Das Veilchen hat und hatte viele Anhänger, darunter auch Napoleon und Goethe von dem das folgende Gedicht stammt:

Ein Veilchen auf der Wiese stand
Gebückt in sich und unbekannt;
Es war ein herzigs Veilchen.
Da kam eine junge Schäferin
Mit leichtem Schritt und munterm Sinn
Daher, daher,
Die Wiese her, und sang.
Ach! Denkt das Veilchen, wär' ich nur
Die schönste Blume der Natur,
Ach, nur ein kleines Weilchen,
Bis mich das Liebchen abgepflückt
Und an dem Busen matt gedrückt!
Ach nur, ach nur
Ein Viertelstündchen lang!
Ach, aber ach! Das Mädchen kam
Und nicht in acht das Veilchen nahm,
Ertrat's, das arme Veilchen.
Und sank und starb und freut sich noch:
Und sterb' ich denn, so sterb ich doch
Durch sie, durch sie,
Zu ihren Füßen doch!

In Grünau und am Kulkwitzer See gibt es noch drei andere Veilchenarten: das Hainveilchen, das Waldveilchen und das Ackerstiefmütterchen. Alle drei riechen nicht.
Dr. Leonhard Kasek [06.01.2007]
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