Die Schwarzerle - Baum des Jahres 2003

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Die Schwarzerle ist zum Baum des Jahres ernannt worden. Zur nächsten Verwandtschaft der Erlen gehören Birken, Hainbuchen und Haselnuss. Die Schwarzerle besitzt wie keine andere heimische Baumart die Fähigkeit, nasse Standorte zu besiedeln. Die Erle erträgt nicht nur Dauernässe, sie hat auch sehr hohe Ansprüche an die Wasserversorgung, ja sie gilt als die Baumart mit der höchsten Verdunstung, noch mehr als Birke oder Weide. Erlen wachsen aber auch an extremen Standorten wie den äußerst nährstoffarmen Flachmooren oder auf trockenen Kippenböden. Daher gibt es auch im Pappelwald viele Erlen. Kleinere naturnahe Erlenbrüche gibt es im Leipziger Südraum, so an der Whyra südlich von Borna und an der Gösel bei Öltzschau. Beide Flüsschen münden in die Pleiße. Ihre Auen sind eine Radtour wert, zumal es vor allem an der Whyra auf sumpfigen Wiesen noch zahlreiche einheimische Orchideen gibt.

Bei der Sanierung des Zschampert wurden in Miltitz auch einige Dutzend Erlen an das Ufer des Baches gepflanzt. Mit ihren kräftigen Wurzeln dringt die Erle tief in feuchten Boden ein und hilft so, Erosion zu verhindern. Zur Stabilisierung von Deichen in Hochwasserschutzgebieten sind Erlen ideal: Sie halten auch völlig aufgeweichte Deiche zusammen. Das Elbehochwasser war daher ein wesentlicher Anstoß für die Wahl zum Baum des Jahres. Erlen bieten Lebensraum unter anderem für über 150 Insektenarten, davon 75 Schmetterlingsarten. Aber die Erle hat nicht nur Freunde, weil ihre Pollen wie auch ihre Verwandten, Pollenallergikern im Frühjahr schwer zu schaffen machen.

Zwar ist die Erle kein seltener Baum, doch durch Entwässerungsmaßnahmen stehen die typischen Erlenbruchwälder heute auf der Roten Liste gefährdeter Biotope. Größere zusammenhängende Bestände gibt es in Deutschland nur noch in der nordostdeutschen Tiefebene, wie zum Beispiel im Spreewald. Eine weitere Gefahr droht der Erle durch den winzigen, erstmals vor zehn Jahren aufgetretenen Phytophthora-Pilz, der möglicherweise das Überleben dieser Baumart ernsthaft bedroht.

•  Flora und Fauna: Baum des Jahres 2002: Der Wacholder
•  Flora und Fauna: Die Rosskastanie ist Baum des Jahres 2005
Dr. Leonhard Kasek [01.01.2002]
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