Kein Grund zur Zeckenpanik
In Deutschland gibt es 19 Arten Zecken. Sie gehören zu den Spinnentieren und ernähren sich vom Blut verschiedener
Wirbeltiere. Vor allem der gemeine Holzbock befällt dabei auch Menschen. Die Tiere sind nüchtern ca. 3 mm groß,
vollgesogen mit Blut ca. 12 mm. Ideale Lebensräume sind dichte, niedrige Kraut- und Strauchzonen, die feuchtes
Kleinklima, Sonnen- und Windschutz sowie Warteplätze für die Zecken bieten. Wälder, Waldränder, Wiesen und Flußauen
erfüllen diese Voraussetzungen am besten. Zecken brauchen hohe Luftfeuchtigkeit, um nicht auszutrocknen und
Temperaturen über sieben Grad Celsius, um aktiv zu sein. Daher verbringen sie den Winter in einer Art Starre
und beginnen an warmen Frühlings- und Sommertagen zu krabbeln. Ihre Hauptaktivitäten entfalten sie Anfang Juni
und Mitte September, im Tageslauf vorwiegend vormittags und am frühen Abend. Milde Winter und feuchte Sommer
fördern die Zeckendichte. Nach dem extrem milden Winter 2006/2007 ist daher dieses Jahr mit besonders vielen
Tieren zu rechnen.
Zecken stechen übrigen nicht. Sie bohren eine Grube in die Haut, verankern sich in dieser mit ihren
Mundwerkzeugen, die mit Widerhaken besetzt sind und lecken das austretende Blut auf. Die meisten
betroffnen bemerken den Angriff der Zecken nicht, weil sie eine speichelartige Flüssigkeit in die Wunde
geben, die betäubend wirkt. Bevor sie zur Tat schreiten, suchen Zecken am Körper nach einer geeigneten
Stelle. Sie schätzen besonders dünne, feuchte, gut durchblutete Hautstellen, zB Kniekehlen, Leisten,
Achselhöhlen, die Falte unter der Brust der Frauen und den Hals. Bis zu 12 Stunden können die Tiere am
Körper suchen bevor sie angreifen und sie können dann bis 15 Tagen saugen bevor sie sich vollgesogen wieder
davon machen.
Das Blutsaugen selbst ist harmlos. Allerdings können Zedcen Krankheiten übertragen, in Deutschland vor allem
die Frühsommermeningoenzaphalitis (FSME) und Borreliose. Die weitaus meisten Zeckenangriffe führen nicht zu
einer Erkrankung, je nach Häufigkeit der Erreger führt jeder 300. bis 2000. Zeckenangriff zu einer Erkrankung.
FSME wird durch Viren übertragen. Gegen sie kann der Körper Antikörper bilden, die nach einer Infektion eine
lebenslange Immunität sichern. Eine Impfung ist möglich und wird von einigen Krankenkassen in Risikogebieten
kostenlos übernommen. Solche Risikogebiete sind in Europa vor allem Litauen, Tschechien, Russland, Estland
und Lettland. Auch in Österreich kommt es häufiger zu Infektionen. In Deutschland traten 2006 546 FSME-Fälle
auf, davon 3 in Sachsen. 90% der Fälle in Deutschland fielen auf Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Die
FSME hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Es wird vermutet, dass dies mit den zunehmend milderen
Wintern zusammenhängt (daran ändert auch der Winter 2005/2006 nichts. Der war zwar ungewöhnlich lang, aber
nicht sehr kalt.).
FSME beginnt 6 bis 14 Tage nach der Infektion mit unspezifischen grippeähnlichen Symptomen, die nach einigen
Tagen abklingen. Nach etwa 1 bis 20 beschwerdefreien Tagen bricht bei 10% der infizierten die Krankheit erneut
aus, diesmal aber erheblich schwerer. Neurologische Komplikationen sind aber selten und vor allem jüngere
Menschen können in der Regel ohne bleibende Schäden geheilt werden.
Weitaus häufiger als FSME ist die Borreliose. In Deutschland gibt es etwa 100000 Fälle je Jahr. Die Krankheit
wird durch Bakterien (Borrelien) übertragen. Es entsteht nach einer Infektion keine Immunität, eine Impfung
ist daher nicht möglich. Allerdings können die Borrelien gut mit Antibiotika bekämpft werden. Bis eine Zecke
nach Beginn des Blutsaugens Borrelien überträgt vergehen zwischen 24 und 48 Stunden. Es ist daher wichtig,
sich nach längerem Aufenthalt in der Natur gründlich abzusuchen und Zecken sofort zu beseitigen. Am Besten
mit spitzen Fingernägeln oder einer Pinzette herausziehen, eventuell unter leichtem Drehen. Nicht mit Öl,
Salbe oder Klebstoff bestreichen, wie manchmal empfohlen wird. Durch Luftmangel kommen die Tiere dann zwar
von allein aus der Haut, in der sie sonst fest verankert sind, aber es besteht die Gefahr, dass sie vorher
noch Borrelien abgeben.
Nur jede 10. Zecke, die Borrelien enthält überträgt diese beim Saugen auf den Menschen und nur jeder 20.
der infiziert worden ist, erkrankt. Typisch für eine Borreliose ist ein handtellergroßer roter Fleck rund
um die Einstichstelle, der sich einige Tage bis Wochen hält. Manchmal kommt es auch zu Fieber, Muskelschmerzen
und Abgeschlagenheit, ähnlich wie bei Grippe. Bei so einem schweren Verlauf dauert es nach dem Abklingen der
Krankheit einige Wochen bis die alte Leistungsfähigkeit wieder hergestellt ist. Wird die Krankheit rechtzeitig
behandelt heilt sie auch bei schwererem Verlauf vollständig aus.
Einen Grund zur Zeckenpanik, wie sie in diesem Frühjahr von einigen Medien geschürt worden ist gibt es nicht.
Die beste Vorbeugung sind in gefährdeten Gebieten lange Hosen, die Hosenbeine ev. in die Socken stecken. Höher
als 1,50 m steigen die Zecken nicht, wenn sie auf Opfer warten.
Wer sich länger in Risikogebieten aufhält sollte sich gegen FSME impfen lassen. Aktuelle Informationen zu
Gebieten, in denen Krankheiten, die von Zecken übertragen werden besonders häufig sind gibt es unter anderem
auf der Internetseite des dem Bundesgesundheitsministerium unterstellten Robert-Koch-Institutes:
www.rki.de
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| Weitere interessante Informationensbereiche auf unseren Internetseiten: |
• Jahrgänge des Magazin Grün-AS: Ausgaben der Jahre 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006 sowie der Jahrgang
2007
• Jahrgänge unserer Presseinformationen: Artikel der Jahre 1992, 1993, 1994, 1995, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008 sowie Jahrgang 2009
• Die Flora und Fauna des Kulkwitzer See's: Bereich Pflanzen sowie Bereich Tierwelt von Dr. Leonhard Kasek
• Allgemein:
Historisches, Aktuelle Veranstaltungen am Kulkwitzer See oder auch Digitale Grußkarten vom See
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| Rückblick auf 30 Jahre Leipzig-Grünau - Special zum Jubiläum 2006 |
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• Informationen, Wissenswertes und Presseartikel zum Jubiläum "30 Jahre Leipzig-Grünau" 2006 finden Sie unter www.30-jahre-gruenau.de.
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