Bei uns überwinternde Gänse schonen...

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Der Abschuß der Gänse an ihren Schlafgewässern hilft den Bauern nicht. Die Gänse werden aufgeschreckt, verbrauchen mehr Energie und fressen mehr. Den Bauern wäre weit geholfen, wenn auf den bedrohten Feldern automatisch arbeitende Böller aufgestellt würden. Das wird zB im Rhinluch nordwestlich von Berlin praktiziert. Dort ziehen im Herbst hunderttausende Kraniche durch und es überwintern zehntausende Gänse. Die Vögel wiederum ziehen zahllosen Touristen an, die für kräftige Umsätze sorgen. Es wäre vernünftiger, das auch im Südraum Leipzig zu praktizieren, auch dort gibt es für Naturliebhaber viele nordische Vögel im Winter zu sehen, nicht nur Gänse. Im Rhinluch funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Bauern und Naturschutz zum Wohl der Vögel und des Tourismusgeschäftes gut. Den Bauern werden die Felder dabei nicht kahl gefressen, ohne dass an den Schlafplätzen, wo sich die Vögel besonders gut beobachten lassen, auf sie geschossen wird. Weshalb soll das nicht auch im Leipziger Land funktionieren?

Darüber hinaus wären Ablenkfütterungen sinnvoll. In den weiten Tagebaulandschaften gibt es genug alternative Futterplätze für die Gänse. Wenn sie aber gerade dort geschossen werden, werden sie geradezu auf die Felder getrieben, wo das Futter noch dazu nahrhafter ist. Nicht alle Jäger sind in der Lage, geschützte Gänse im Schwarm sicher zu erkennen und wenn man auf einen Schwarm schießt, ist es nie auszuschließen, dass auch geschützte Arten mit getroffen werden. Wir fordern daher:
  • Verschärfung der Jagdprüfung: Nur wer in der Prüfung nachgewiesen hat, dass er auch bei schlechtem Licht (zB in der Dämmerung) geschützte Gänse draußen sicher erkennt, darf eine Genehmigung erhalten, Gänse zu jagen.
  • Jagd nur dort, wo die Gänse Schaden anrichten können. Jagdverbot an Schlafplätzen, auf Wiesen und in der Tagebaulandschaft.
  • Geschossen werden darf nur auf Schwärme, in denen sich keine geschützten Arten befinden. Das ist keine wesentliche Einschränkung: geschützte Arten sind ja gerade deshalb geschützt, weil sie selten sind.
Dr. Leonhard Kasek [29.12.2006]
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