Schleimiger Hungerkünstler am Seegrund - Die Schleie ist "Fisch des Jahres 2007"

zurück zur Übersicht "Flora und Fauna am Kulki" - Tierwelt
Die Schleie - Foto: VDSF/W - W. Hauer Die Schleie ist ein Grundfisch, der langsam fließende Gewässer und flache, warme Seen und Teiche mit dichten Pflanzenbeständen und schlammigem Untergrund vorzieht. Im Norden dringt sie auch in die Brackwasserbereiche der Ostsee vor. Im Alpenraum trifft man sie bis zu einer Höhe von 1600 Metern über dem Meeresspiegel an. Tagsüber hält sie sich am Grund zwischen dichten Pflanzenbeständen auf und wird erst in der Dämmerung aktiv. Im Kulkwitzer See ist sie auf flache, wasserpflanzenreiche Uferabschnitte angewiesen.

Die Schleie - Foto: VDSF/W - W. Hauer Schleien sind äußerst anpassungsfähig und zeichnen sich durch ihre große Widerstandsfähigkeit gegen Sauerstoffmangel und saures Wasser aus. Die Schleie ist in der Lage, monatelang zu hungern. Im Winter stellt sie die Nahrungssuche ein und zieht sich an die tiefen, schlammigen Stellen zurück. Die Schleie ernährt sich von kleinen Bodentieren aller Art - darunter Insektenlarven, Schnecken und kleine Muscheln - sowie gelegentlich auch von Pflanzen. Die zur Familie der Karpfenfische gehörende Schleie hat einen länglichen und kräftigen Körper. Die Haut ist dick und mit vielen Schleimzellen belegt - dieser schleimigen Oberfläche verdankt die Schleie denn auch ihren Namen. Die Schuppen sind sehr klein. Der Rücken ist olivgrün oder braun meist mit goldfarbenem Schimmer. Die Seiten und der Bauch sind heller und glänzen messingfarben. Die Iris der relativ kleinen Augen ist rotbraun. Das Maul ist rüsselartig vorstülpbar und mit zwei kurzen Barteln ausgestattet. Schleien wachsen langsam und erreichen durchschnittlich nach drei Jahren eine Länge von 20 bis 30 Zentimetern sowie ein Gewicht von 200 bis 300 Gramm. Bei entsprechendem Nahrungsangebot können sie aber auch bis zu 70 Zentimeter lang werden und 7,5 Kilogramm erreichen.

Sobald die Wassertemperatur 18 bis 20 Grad Celsius erreicht, beginnt die Laichzeit der Schleien. Vorher schließen sie sich zu Schwärmen zusammen und suchen flache, durchsonnte Uferbereiche mit dichtem Unterwasserpflanzenbewuchs auf. Die Weibchen legen dabei bis 300.000 bis 600.000 klebrige Eier an Wasserpflanzen ab. Die Eiablage erfolgt nach und nach und erstreckt sich über einen Zeitraum von bis zu zwei Monaten.
Dr. Leonhard Kasek [06.01.2007]
zurück zur Übersicht "Flora und Fauna am Kulki" - Tierwelt
Informationsseiten des Nabu:
•  Informationsseiten des Nabu: "Natur des Jahres" im Überblick der Jahre 2003, 2004, 2005, 2006 sowie aktuell 2007
Weitere interessante Informationensbereiche auf unseren Internetseiten:
•  Jahrgänge des Magazin Grün-AS: Ausgaben der Jahre 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006 sowie der Jahrgang 2007
•  Jahrgänge unserer Presseinformationen: Artikel der Jahre 1992, 1993, 1994, 1995, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008 sowie Jahrgang 2009
•  Die Flora und Fauna des Kulkwitzer See's: Bereich Pflanzen sowie Bereich Tierwelt von Dr. Leonhard Kasek
•  Allgemein: Historisches, Aktuelle Veranstaltungen am Kulkwitzer See oder auch Digitale Grußkarten vom See
Rückblick auf 30 Jahre Leipzig-Grünau - Special zum Jubiläum 2006
•  Informationen, Wissenswertes und Presseartikel zum Jubiläum "30 Jahre Leipzig-Grünau" 2006 finden Sie unter www.30-jahre-gruenau.de.
Letzte Änderung dieser Seite: 19.02.2008 01:12 • © 2000-2012 Nabu, KV LeipzigImpressumW3C valid HTML 4.01Zum Seitenanfang