Veränderliche Krabbenspinne ist Spinne des Jahres 2006
Spinnenexperten aus 21 europäischen Staaten haben die Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia) zur
ersten Europäischen Spinne des Jahres gewählt. Ihren Namen verdankt sie ihren langen Vorderbeinen, durch die
sie eher einer Krabbe als einer Spinne ähnelt. Ausgewachsene Weibchen können ihre Körperfarbe aktiv zwischen
weiß und gelb wechseln, was allerdings mehrere Tage dauert.
Die etwa elf Millimeter großen Weibchen lauern durch ihre Färbung optimal getarnt in Blüten auf anfliegende
Insekten, die sie dann - mit den Hinterbeinen in der Blüte verankert - mit den Vorderbeinen blitzschnell
ergreifen und mit Gift betäuben, bevor sie die Beute aussaugen. Selbst große Schmetterlinge und Hornissen
fallen den hungrigen Achtbeinern zum Opfer. Sehr wanderfreudig sind sie nicht: Häufig verbringen die
Tiere ihr ganzes Leben auf einer einzigen Pflanze. Auf Grund der farblichen Vielfalt wurde die Art unter
mehr als zwanzig wissenschaftlichen Namen beschrieben. Erst moderne Methoden offenbarten, dass sich
ein und dieselbe Spezies dahinter verbirgt.
Die Männchen sind dagegen - wie bei vielen Spinnen - mit drei bis fünf Millimetern Länge deutlich
kleiner und können auch ihre Farbe nicht ändern. Zur Paarung im Frühsommer schleichen sie sich
vorsichtig von hinten an die erhoffte Partnerin an und verbringen einige Zeit auf deren Hinterleib,
bevor sie sich zur Bauchseite mit der Geschlechtsöffnung vorwagen, um ihr Spermienpaket abzuliefern.
Für das Männchen ist das lebensgefährlich. Geraten sie den Weibchen vor die Fangbeine, werden sie
gefressen. Die Eier werden in Kokons verpackt und beispielsweise unter mit Spinnfäden verwobenen
Blättern abgelegt. Die Mutter bewacht das Gelege, bis die Jungtiere schlüpfen, die dann in der
Spreu am Boden überwintern.
Die Veränderliche Krabbenspinne bevorzugt warme und sonnige Lebensräume wie Wiesen, Moore und
Felder, aber auch Wald- und Wegränder oder Gärten. Die Arachnologische Gesellschaft ist an Funden
mit Bildnachweis interessiert, um die Verbreitungskarten aktualisieren zu können.
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