Flora und Fauna unter Wasser

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Nach Einstellung der Braunkohleförderung im Tagebau füllten sich ab 1963 zwei verbliebene Restlöcher, ein größeres nördliches und ein kleineres südliches Becken, mit Grund- und Regenwasser. Beide waren nur durch einen niedrigen Damm getrennt, der mit steigendem Wasserpegel ebenfalls überflutet wurde. So entstand ein einheitlicher See.

Der Trennungsdamm existiert noch heute an der schmalsten Stelle des Sees in etwa 6m Tiefe. Das nördliche Becken weist eine Tiefe von etwa 27m auf, enthält aber Löcher, die bis zu 34m Tiefe erreichen. Die tiefste Stelle des südlichen Beckens misst 26m. Neben flachen und z.T. großflächigen ufernahen Zonen von 4 bis 6m Tiefe bestimmen steil abfallende Hänge das Bodenprofil des Sees.

In den Fluten verschwanden Strauchwerk und etliche zum Teil stattliche Bäume, die in den Jahren zuvor gewachsen waren. Im Laufe der Zeit bildete das kammförmige Laichkraut einen dichten Wasserpflanzenteppich. Große Flächen werden von verschiedenen Arten der Armleuchteralgen bedeckt, die bis in eine Tiefe von 20 m reichen. Stellenweise sind das Raue Hornblatt, Ähriges Tausendblatt sowie die Kanadische Wasserpest anzutreffen. Im Flachwasser zeigt der Haarblättrige Hahnenfuß seine weißen Blüten.

Den reichen Fischbestand verdankt der Kulkwitzer See dem Deutschen Anglerverband. Vertreten sind annähernd alle einheimischen Fischarten, aber auch Graskarpfen. Manche Fische haben in den Jahren eine bewundernswerte Größe erreicht. Ernährungsgrundlage der Fische bilden die bereits erwähnten Wasserpflanzen und Algen, Krebse, Muscheln und Schnecken, Insektenlarven der verschiedensten Arten sowie Kleintiere, die nur mikroskopisch auffindbar sind. Sie alle beleben verschiedene Biotope und sind demzufolge auch zahlenmäßig unterschiedlich anzutreffen. Aufgrund des relativ klaren Wassers und des Fisch- und Pflanzenreichtums wird der See von vielen Tauchern aus ganz Deutschland besucht, deren Zahl ständig steigt. Eine Einstiegsgebühr wurde bislang nicht verlangt.

Die Unterwasserwelt des Kulkwitzer Sees soll keinen Schaden nehmen und auch noch in ferner Zukunft besuchenswert sein. Deshalb ist eine besucherregulierende Maßnahme im Gespräch. Durch eine täglich begrenzte Erteilung von Taucherlaubnisscheinen könnte eine Limitierung erreicht werden, so wie es anderenorts praktiziert wird.

•  Flora und Fauna unter Wasser: Bilderserie Unterwasseraufnahmen vom Kulkwitzer See 1
•  Flora und Fauna unter Wasser: Bilderserie Unterwasseraufnahmen vom Kulkwitzer See 2
Bernd Vogel, Dr. Joachim Weiß [15.02.2003]
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