Leserbriefe zum Grün-AS Artikel Ausgabe 12/2000

zurück zur Übersicht "Ente Billy berichtet vom Kulki"
Zu unserem Beitrag "Neues von Billy" Ausgabe 12/2000 erhielten wir folgende Zuschrift mit einem Appell an die Vernunft der Menschen:

Wie lange können wir uns noch erfreuen am "sauberen" Kulki? Wir müssen der traurigen "Ente Billy" beipflichten, wenn sie meint, dass sie am Kulki, dort wo einst die Rutsche stand, aus hygienischen Gründen kein Wasser mehr trinken will. Durch die übermäßige Fütterung der Wasservögel leidet die Wasserqualität erheblich. Futter, das nicht aufgenommen wurde, und die verstärkten Ausscheidungen der ständig wachsenden Vogelschar führen zu einer enormen Vermehrung von Bakterien. Die Eutrophierung (unliebsame Zunahme von Nährstoffen in Gewässern) ist in der nur 4 Meter tiefen Seebucht schon weit fortgeschritten. In dieser Bucht entdeckten wir Taucher vor etwa sechs Jahren voller Freude die ersten Flußkrebse, und wir hofften auf ihre Verbreitung über den ganzen See. Das trat auch ein, doch bei dieser ersten Fundstelle verringerte sich in den letzten Jahren der Sauerstoffgehalt so erheblich, dass keine Krebse mehr anzutreffen sind. Den Laich der Hechte, der im Frühjahr immer in der Enge des flachen Buchtauslaufes zu beobachten war, sucht man vergebens. Pflanzen, die unter sauberen Bedingungen dort einst wuchsen, sind verschwunden. Faulschlammstellen und schlechte Sichtverhältnisse breiten sich mehr und mehr aus. Unter Wasser erscheint die Bucht bereits tot. Von anderen Stellen des Sees können ähnliche Beobachtungen gemeldet werden, nur sind sie noch nicht so krass.

Es muß unbedingt etwas geschehen! Aber was?! Stopp der übermäßigen Fütterung. Die Tiere verhungern nicht. Sie erinnern sich an die sicherlich etwas unbequemere natürliche Futtersuche und verteilen sich mehr auf andere Gewässer. Hinweise auf Schildern helfen auch manchmal. Stopp dem unerlaubten Toilettengang unvernünftiger Badegäste im Wasser. Bietet Alternativen an. In Folge der steigenden Temperaturen durch die Klimaveränderung nimmt die Zahl der Badegäste zu! Wir appellieren an die Vernunft des Menschen, sonst meidet eines Tages nicht nur die vernünftige Ente Billy den See vollends.
Dr. Joachim Weiß, Leipzig (Leserbrief)

Zu unserem Beitrag "Neues von Billy" Ausgabe 12/00 erhielten ebenfalls eine Zuschrift von Familie Fleischmann aus Leipzig:

Als Neulausener kommen wir gerade von einem unserer Spaziergänge zum Kulki zurück. Wieder mußten wir Spaziergänger mit Futterbeuteln in der Bucht beobachten. Die Frage nach dem sauberen Kulki wird sich bei dieser massiven Fütterung bald nicht mehr stellen. 1978/1979 habe ich Ähnliches am Scharmützelsee/Bad Saarow erlebt.

Meine Bedenken zur Zukunft des wesentlich größeren Sees wurden damals zerstreut. Einheimische erzählten mir, daß die Schwäne die Antibabypille für Schwäne erhalten. Bei einem Besuch in Bad Saarow im vorigen Jahr konnte ich mich an sehr wenigen Schwänen erfreuen. Leipzigs Uni hat doch eine Tierfakultät, hier müßte doch das nötige Wissen für schnelle und verträgliche Hilfe vorhanden sein. In Vertrauen auf die menschliche Vernunft sind die Chancen für die Ente "Billy" eher mager.
Familie Fleichmann, Leipzig (Leserbrief) - Quellenangabe: Magazin Grün-AS - www.gruen-as.de [09.05.2001]
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