Kulkwitzer See zum 35jährigen Jubiläum 2008 im Blickpunkt - Teil 1

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Kulkwitzer See zum 35jährigen Jubiläum 2008 im Blickpunkt

Der Beginn des Sees reicht weit in die Vergangenheit zurück. Vor ca. 38 Mio. Jahren waren große Teile des Gebietes, in dem sich heute Leipzig befindet, von einem riesigen Moor bedeckt. Während der Saaleeiszeit schoben Gletscher aus Skandinavien gewaltige Massen aus Gebirgsschutt und verwittertem Boden heran, die als Moränen liegen blieben. Unter dem Druck der Deckschichten wurde der Torf verdichtet und langsam in Braunkohle umgewandelt. Das nächste Kapitel der Geschichte des Sees begann vor ca. 150 Jahren. Die beginnende Industriealisierung erzeugte unermesslichen Hunger nach Energie, der mit Holz nicht mehr zu decken war. Zugleich stand mit dem sich entwickelnden Eisenbahnnetz ein Transportmittel zur Verfügung, das es erlaubte, die Kohle kostengünstig zu transportieren. Die wurde zunächst zwischen Markranstädt und Kulkwitz im Tiefbau abgebaut. In den 30er Jahren erreichte der Tagebau bei Göhrenz das Gebiet des heutigen Sees. In den 50er Jahren wurde die Förderung im Nordteil begonnen. Der alte Tagebau zwischen Lausen und Göhrenz war dabei durch einen Erddamm vom neuen Tagebau getrennt. Der Erddamm begann am "Roten Haus" bei Lausen (das ist die alte Trafo-Station des Tagebaues) und erreichte an der Nord-West-Spitze des Pappelwaldes die Markranstädter Seite. Die Auskohlung des Tagebaues im Bereich Miltitz war 1963 beendet. Vor 45 Jahren glich das Gelände des heutigen Sees also noch einer Mondlandschaft. 1973 wurde das Naherholungsgebiet Kulkwitzer See feierlich eröffnet. Seine Wahrzeichen sind die alte "Frieda", ein alter Lastkahn, der zur Gaststätte umgebaut wurde und ein kleiner, in unmittelbarer Nähe stehender Leuchtturm.
In den letzten 35 Jahren hat sich der See am Rande von Grünau zu einem ausgesprochen beliebten und attraktiven Ausflugsziel und Anziehungspunkt entwickelt. Unzählige Besucher lernten "ihren" See schätzen. Er bietet vielfältigste Möglichkeiten für Erholung und Freizeitgestaltung, kulturelle und sportliche Betätigung, Veranstaltungen und Badespaß.
"Der Kulkwitzer See im Blickpunkt" - diese Bilderserie soll dem Besucher unserer Internetseite ein wunderschönes Stück Natur am Rande unseres Wohngebietes Grünau vorstellen. Es gilt, diese Oase am Rande von Leipzig für viele nachfolgende Generationen zu erhalten. Hier findet der Besucher Natur pur, auf die wir aufmerksam machen möchten.
Viele der hier vorkommenden Arten sind im größten Teil Deutschlands bereits ausgestorben. Der Naturreichtum geht auf viele Faktoren darauf zurück, vor allem dass hier stickstoffarmer Rohboden vorherrscht, aufder Hochkippe zwischen Göhrenz und Markranstädt kalkreiche Asche mit eingebaut worden ist und das Gebiet rund um den See jahrzehntelang nicht mehr intensiv wirtschaftlich genutzt worden ist. Das Wasser des Sees ist durch seinen zufällig entstandenen Mineralanteil ungewöhnlich klar, trübendes Plankton kann hier schlecht wachsen. Dadurch können im See auch viele sehr seltene Wasserpflanzen wachsen.
Es ist nicht selbstverständlich, welche Naturschätze sich hier im Laufe der vielen Jahre an Land, aber auch unter Wasser nach dem Braunkohletagebau entwickelt haben. Nicht jeder Besucher würdigt dies. Manche Seebesucher tragen durch weggeworfene Abfälle, Urin und Kot Nährstoffe ein, die viele hier vorkommende Arten nicht vertragen. Auch die Fütterung der Wasservögel trägt dazu bei, seltenere Arten vom See zu verdrängen und die Wasserqualität zu verschlechtern. Zerstörungen und Randale tun ein übriges, die einmalige Natur am See zu ruinieren... .
35 Jahre Naherholungsgebiet Kulkwitzer See - wie wird der See in 35 Jahren aussehen? Wir werden alles tun, damit die artenreiche Natur um den See erhalten bleibt und Besucher sie erleben können, ohne durch Zäune und Privatbesitz gehindert zu werden.
Weitere interessante Artikel: Historisches: Die Entstehung des Kulkwitzer Sees, Bilderserie Historisches vom Kulkwitzer See 1 und Bilderserie Historisches vom Kulkwitzer See 2, Historisches: Vom Kohlebergbau zum Naherholungsgebiet, Historisches: Die Geschichte des Sees - Teil 2, Rückblick: Bebauungsplanskizze vom Kulkwitzer See von 1969, Die ehemalige Partytonne am Kulkwitzer See, Naturreport: Naturschutz und Naherholung am Kulkwitzer See, Kulki lockt Taucher aus der Ferne, Wasservögel kommen ohne Zubrot aus, Plakat "Wasservögel nicht füttern", Gefährliches Futter, Wasserqualität im Kulkwitzer See, Artikel der LVZ: "Stadtleben" vom 22.08.2008 sowie ein Artikel aus dem Magazin Grün-AS, Ausgabe 09/2008 zum Jubiläum.
Grußkarten vom Kulkwitzer See: Historisch, nicht mehr im Handel sowie aktuelle, noch nicht im Handel befindliche Karten.
Rückblick: Einige Zahlen und Fakten zur Entstehung des Naherholungsgebietes (NEG):
  • Fläche 450 ha, Wald- und Wasserfläche je 150ha
  • Länge: 2700 m / Breite: 1100 m / Tiefste Stelle: 36m
  • 1860: Beginn Kohlebergbau, 1864 Gründung "Grube Mansfeld" , Förderung 75 Jahre unter Tage
  • Um die Jahrhundertwende förderten 200 Bergleute täglich 900 "Hektoliter" Braunkohle
  • 1953 Transformatorenstation des Tagebaus, heute "Rotes Haus", wird errichtet
  • 1958 legten Rat des Bezirkes Leipzig und Kreistag Leipziger Land fest, die Restlöcher Kulkwitzer und Miltitz sowie die Hochkippe für Naherholung zu erschließen
  • im Jahre 1960 lag die Förderung bei 2 Mio. Tonnen
  • Seit 1961 existiert der Zweckverband Erholungsgebiet Kulkwitzer See
  • 1963 Ende der Braunkohleförderung / Grundsatzpläne für Entwicklung des NEG liegen vor
  • 1. Technischer Leiter von 1969-1976: Frank Böhme. Er organisiert z.B, die noch heutigen Wahrzeichen des Sees: Leuchtturm und Schiffsgaststätte (siehe Artikel Ostseefeeling am Kulkwitzer See)
  • 1969 gezielte Maßnahmen zur Rekultivierung, zuerst am Ostufer
  • 1971 Erdbewegungen und Planierungsarbeiten
  • Flutung des Sees mit Grund- und Niederschlagswasser ca.drei Millionen Kubikmeter pro Jahr
  • 1972 "Frieda", ausgedienter Saalelastkahn dreigeteilt von Wettin nach Miltitz transportiert und als Schiffsgaststätte "MS Leipzig" eröffnet, Leuchtturm aufgebaut
  • 1973 Eröffnung NEG / Kosten 1972 – 1988 : mehr als 35 Millionen Mark aus dem Staatshaushalt und aus Lottomitteln aufgewendet
  • Zu dieser Zeit gab es ca. 600 Strandkörbe aus Heringsdorf, um ein wenig Ostseefeeling an den See zu holen...100
  • Liegestühle, 50 Ruderboote... .
  • Bis 1980 trennte ein Erddamm nahe dem "Roten Haus" die Restlöcher Kulkwitz und Miltitz
  • Weitere Erholungsbereiche entstanden in Göhrenz, Markranstädt und auf der Hochkippe, einschließlich Campingplatz
  • Weitere Jubiläen am See 2008:
    • 35.Segelregatta Expovita beim Seglerverein Leipzig Südwest e.V.
    • 25. Leipziger LVB Triathlon und in dessen Rahmen der 15. Kindertriathlon,
    • 15 Jahre Tauchsportverein Leipziger Delphine e.V. und 15. Netunfest bei den Leipziger Delphinen
    • Leipziger Pinguine e.V. Winterschwimmer- und Langstreckenschwimmverein besteht seit 26 Jahren
    • Leipziger Sportverein Südwest e.V. - Abteilung Windsurfen besteht seit 32 Jahren
    • Kanu- und Freizeitclub Markranstädt e.V. besteht seit 34 Jahren
Dr. Leonhard Kasek | Elke Göbel
Quellen für die Eckdaten: "Historisches um Grünau", Kulturbund der DDR, Gesellschaft für Heimatgeschichte Leipzig 1988 und "Lausen- Eine historische und städtebauliche Studie" von Pro Leipzig e.V.
Kulkwitzer See - die grüne Oase am Rande Grünaus
Vom Braunkohletagebau zum Naherholungsgebiet
1973: Alter Saalelastkahn wird zu Gaststätte und Leuchtturm wird zum Wahrzeichen des Sees
Strandkörbe, Gaststätte "Partytonne" und "Trabi-Imbiss" sind bereits Geschichte
Rückblicke
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